Historische Felsengänge Nürnberg

Historische Felsengänge
Ein bisschen gruselig ist es im Felsensystem schon. – Foto: Holger Schossig

Historische Felsengänge haben viele Städte zu bieten, so auch Nürnberg. Schließlich gibt es in der Noris sogar das größte Felsenlabyrinth Süddeutschlands. Bis ins 17. Jahrhundert waren sie übrigens geheim, nur wenige wussten, dass unter ihren Füßen ein weit verzweigtes System aus Gängen und Räumen bestand. Die Größe des Systems lässt sich nicht gänzlich beziffern. Der Grund: Viele Teile sind heute nicht mehr zugänglich. Zum Größenvergleich kann aber durchaus die Fläche der Altstadt hergenommen werden. Also der Teil, der noch heute von der Stadtmauer umgeben ist.

Die Felsengänge reichen oftmals über mehrere Stockwerke, man schlug sie ab dem Jahr 1380 in den Fels. Dies war noch nicht einmal eine so schwere Aufgabe, da Nürnbergs Burgberg ja bekanntlich aus Sandstein besteht. Genutzt wurde das System hauptsächlich als Lagerräume für Bier. In Nürnberg gab es im Mittelalter 42 Bierbrauereien. Über der Erde war für die Lagerung kaum Platz, so wurde das Bier unterirdisch gelagert und zwar „zehen schuch tieff und sechszehen schuch weit“. Das sah auch eine Verordnung des Rates der Stadt Nürnberg vor.

Die weitere Nutzung der Historischen Felsengänge

Zum System gehören im Übrigen auch die Kasematten , die die Verteidigungsanlagen der Nürnberger Burg darstellen. Außerdem wurden zahlreiche Wassergewinnungsstollen angelegt, die den Burgberg durchziehen. Der längste reicht bis zum Nürnberger Rathaus, wo sich bis 1813 die Nürnberger Lochgefängnisse befanden. Diese sind – wie auch die Historischen Felsengänge – noch heute zu besichtigen. Auch darüber existiert bereits ein Video der Franken-Blogger.

Nachdem man ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts Kühlmaschinen für die Bierkühlung nutzte, verwaisten die Felsengänge immer mehr. Ab 1912 wurden sie aber wieder als Lagerräume genutzt. Dieses Mal von der Lebensmittelfirma Harrer, die hier vor allem Salzgurken und den berühmten Ochsenmaulsalat lagerte. Auch als Produktionsstätte wurden die Keller zweckentfremdet – und das bis 1976.

Im Zweiten Weltkrieg fanden in den Historischen Felsengängen bis zu 40.000 Menschen Schutz vor den Luftangriffen der Aliierten. Zum System gehört auch der Kunstbunker in der Oberen Schmiedgasse. Der Name kam zustande, weil hier 1940 zahlreiche Kunstgegenstände eingelagert wurden.

Historische Felsengänge – die Daten

Adresse: Die Felsengänge sind über die gesamte Nürnberger Altstadt verbreitet. Sie werden von der NKG GmbH Nürnberger Kellerverwaltungsgesellschaft verwaltet. Deren Sitz befindet sich allerdings im Altstadthof in der Bergstraße 19 in 90403 Nürnberg, Tel.: 0911-22 15 70, Mail: info@historische-felsengaenge.de, Web: www.historische-felsengaenge.de

Anfahrt: Straßenbahnlinie 4, Haltestelle Tiergärtnertor; Bus Linie 36, Haltestelle Burgstraße; U-Bahn Linie 1/11 Haltestelle Lorenzkirche.

Mit dem Auto: Der Laden für den Kartenverkauf liegt in der Bergstraße 19, während der Eingang zu den Felsengängen sich 50 Meter entfernt, am Albrecht-Dürer-Platz, befindet. Am Hallertor rechts abbiegen. Im Folgenden kommen Maxplatz, Weintraubengasse und Karlstraße. Danach links in die Winklerstraße und über den Sebalder Platz in die Bergstraße. Nächstes Parkhaus: Am Hauptmarkt.

Koordinaten: 49° 27′ N, 11° 5′ O

Führungszeiten: Mo-Fr täglich 11, 13, 15 und 17 Uhr; Sa und Sonntag ebenfalls von 11-17 Uhr jede volle Stunde. Darüber hinaus gibt es Sonderführungen, diese sind auf der Website der Felsengänge zu finden.

Eintrittspreise: Erwachsene 6 €, Ermäßigte 5 €, Kinder unter 7 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen Eintritt frei, Familienkarte (nur Sonntag) 12 € (2 Erwachsene, 4 Kinder bis 16 Jahre), 6 € (1 Erwachsener, 2 Kinder bis 16 Jahre), Nürnberg-Card-Inhaber haben freien Eintritt.

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One thought on “Historische Felsengänge Nürnberg

  1. Hey,
    ich habe die Felsengänge besucht und muss echt sagen, die Führung sehr kurzweilig und informativ ist. Also wer mal nicht weiß was mann in Nürnberg noch alles anschauen kann, dann auf jedenfalls mal diese Führung mitmachen.

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