Die Weinhandelsstadt Kitzingen

Kitzingen am schönen Main
Blick über den Main auf die Innenstadt. – Foto: Holger Schossig

Kitzingen liegt inmitten einer Weinanbauregion im schönen Unterfranken. Direkt am Main hat der Wein hier ein Klima, bei dem er prima gedeiht. Deswegen ist die Stadt in ihrer Geschichte auch eine wichtige Weinhandelsstadt. Aber nicht nur das: Auch der Fasching ist hier zu Hause, gibt es hier – und nicht etwa im Ruhrgebiet oder im Rheinland – das Deutsche Fastnachtmuseum. Aber Kitzingen hat noch so einiges mehr zu bieten. Schauen wir uns doch einfach mal ein bisschen um.

Wie viele fränkische Städte, so geht auch Kitzingen auf die Gründung eines Klosters zurück. Im Jahr 745 war es, als durch Hadeloga, ein Frauenkloster gegründet wurde. Sie war angeblich die Tochter von Karl Martell, seines Zeichens fränkischer Hausmeier. Zur Findung des Ortes ließ sie ihren Schleier vom Wind in das liebliche Maintal tragen. Dort, wo der Schleier zu Boden fiel, sollte das Kloster entstehen. Letztendlich blieb der Schleier an einem Weinstock hängen und wurde von einem Schäfer namens Kitz gefunden. An dieser Stelle entstand das Kloster, zu Ehren des Schäfers wurde der Ort Kitzingen genannt. Ob es sich wirklich so zugetragen hat, ist fraglich, es ist nämlich nur eine Sage.

Nach der ersten Nennung des Klosters im Jahr 748 errichtete man rundherum eine Siedlung, die 1040 erstmals in einer Urkunde auftauchte.

Das 1. Fränkische Weingesetz

Ein gutes Fläschchen Wein ließ man sich rund um den Main schon immer schmecken. 1482 wollte man endlich der Weinpanscherei Paroli bieten. So kamen die Abgesandten der fränkischen Fürsten, der Würzburger und Bamberger Bischöfe, des Kurfürsten Albrecht Achilles von Brandenburg und die der Freien Reichsstadt Nürnberg zusammen, um das 1. Fränkische Weingesetz zu beschließen. Man nennte es auch das Kitzinger Weingesetz von 1482. Dadruch wurde der Ort als Weinstadt weitreichend bekannt, galt das Gesetz doch von Sachsen bis zum Bodensee.

Das älteste Gebäude in der unterfränkischen Stadt ist der Falterturm, den man von 1469 bis 1496 erbaute. Zweitältestes Bauwerk ist die Alte Mainbrücke von 1499.

Kitzingen – die Daten

Zahlen, Daten, Fakten: Kitzingen liegt auf einer Höhe von 205 Metern über NHN, hat eine Fläche von 47 km² und eine Einwohnerzahl von 20.756 (Stand: Dezember 2015). Die Stadt unterteilt sich in zehn Stadtteile.

Stadtverwaltung: Kaiserstraße 13/15, 97318 Kitzingen, Website Stadtverwaltung

Sehenswürdigkeiten: Falterturm (ältestes Bauwerk), Kreuzkapelle, Alte Synagoge, Alte Mainbrücke, Deusterturm, Großlangheimer Tor, Evangelische Stadtkirche, ehemaliges Kapuzinerkloster, Katholische Pfarrkirche St. Vinzenz von Paul, Evangelische Friedenskirche, Katholische Pfarrkirche St. Johannes, Marktplatz, Deutsches Fastnacht-Museum, Conditorei-Museum

Anfahrt: Der Ort liegt unweit des Autobahndreiecks Biebelried. Anfahrtsmöglichkeiten über die A3 Nürnberg – Würzburg, Ausfahrt Kitzingen/Schwarzach und über die A7 Fulda – Füssen, Ausfahrt Kitzingen. Direkt durch die Weinstadt verläuft die Bundesstraße 8, die von Nürnberg nach Würzburg führt.

Koordinaten: 49° 44′ N, 10° 10′ O

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